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Rahmenbedingungen
Die äußeren Rahmenbedingungen sind entscheidend, damit ein tragfähiger Kontakt zustande kommt. Fehler im Erstgespräch können nur schlecht wieder korrigiert werden.
Ist dem Klient die Zeit, die ihm zur Verfügung steht nicht bekannt, versucht er möglicherweise aus Angst, nicht rechtzeitig fertig zu werden (oder aus leidvollen schlechten Erfahrungen) überstürzt alles komprimiert und drastisch darzustellen. Dabei gehen Details und Schattierungen der Darbietung und Beschwerdeschilderung verloren. Der vermutete Zeitmangel ist oft auch bewusst oder unbewusst eine genutzte Möglichkeit um schwierige Sachverhalte auszublenden.
Man sollte dem Patienten signalisieren, dass er hier nicht in der „Notaufnahme“ ist, sondern dass er 30 – 45 Min Zeit hat, seine Problematik zu schildern.
Ein weiteres Extrem ist der Klient, der schwer zu strukturieren ist und vor lauter Erzählfluss vom Ende überrascht ist. Eine klare Vorgabe ist hilfreich, auch wenn es immer mal wieder Klienten gibt, die sich daran nicht halten wollen. Es gibt durchaus Ausnahmesituationen, jedoch sollte man auf der getroffenen Vereinbarung bestehen. Dies hilft dem Klienten bei dem Aufbau des Vertrauensverhältnisses, da sein Gegenüber klar einzuschätzen ist. Der Therapeut signalisiert Verlässlichkeit, dazu gehört auch die Durchsetzung von Regeln.
Dies ist ein Teil des Realitätsprinzips, damit dem Klient nicht in eine unnötig lebensfremde, künstliche Situation vorgespielt wird. Das Paradies gibt es nicht auf Erden.
Der Klient braucht einen geschützten Rahmen. Für viele Menschen ist der Gang zum Therapeuten oder Lebensberater eine schwere Entscheidung. Es wird mit ängstlichen Assoziationen und Schamgefühlen verbunden. Das Erstgespräch muss vollkommen ungestört sein! In weiteren Gesprächen kann es schon mal zu normalen Unregelmäßigkeiten kommen, sollte jedoch weitestgehend vermieden werden.
Eine neutrale Atmosphäre ist empfehlenswert. Jedoch sollte sie ein angenehm und nicht zu steril sein. Das Selbstdarstellungsbedürfnis des Therapeuten sollte hinten anstehen.
Eine Schreibtischbarriere ist hinderlich. Zwei gleich hohe Stühle, die durch einen Tisch getrennt sind und sich nicht direkt gegenüberstehen, sondern im stumpfen Winkel angeordnet sind. Eine Uhr sollte im Blickfeld sein. Ein häufiges auf die Uhr sehen, könnte als kränkend empfunden werden.
Klientenzentrierung nach Rogers
Klientenzentrierung: Die Klientenzentrierung ist eine notwendige technische Voraussetzung für jede beratende Arbeit: Es bedeutet, dass der individuelle Mensch in seiner Lebens- und Krankheitsgeschichte, in seiner weltanschaulichen, moralisch ethischen Auffassung und in seiner sozialen Wirklichkeit zu verstehen ist und diese angenommen werden muss. Seine Auffassungen dürfen nicht an der Elle der eigenen Auffassungen gemessen werden. Als Ratgeber sollte man sich vor persönlichen Meinungen hüten. Was bringt es Ihnen wenn Sie über andere das Kreuz brechen?
Beraterzentrierung: Die Ausrichtung der Beratung an dem Vermögen und den Bedürfnissen des Ratgebers. Es bedeutet ein Zurückstellen des Klienten hinter den von ihm gewünschten und benötigten Helfer. Ein Fehler den viele Berater machen - der Kunde gibt den Ton, das Tempo und den Inhalt an!
Bei Schwierigkeiten im Gesprächsablauf:
Ermunterungsformeln – Verweis auf die unbedingte Vertraulichkeit und Schweigepflicht. Bei einem zeitlich versiegenden Gespräch sollte man auf keinen Fall vorzeitig intervenieren. Neutrale Anknüpfungsfragen sind hilfreich.
Offene Fragen bedeuten freie Antwortmöglichkeiten
„Was kann ich für Sie tun?“ „Was führt Sie zu mir?“
Vorteil: der Antwortende hat viel Spielraum und fühlt sich nicht eingeengt und gebohrt
Nachteil: er kommt nicht auf den Punkt!
Ein Gespräch sollte immer mit einer offenen Eingangsfrage begonnen werden
Man erhält Informationen über die Stimmung, Bildungsgrad und Wortschatz, das intellektuelle Niveau, Antrieb und Kontaktverhalten. Eine vorläufige Beurteilung des psychischen Befundes kann nach der ersten Schilderung schon erfolgen.
Eine freie Schilderung ist ganz wichtig, eine therapeutische Autorität kann die unbeeinflusste Sicht des Patienten beeinflussen. In der unbeeinflussten Schilderung kann man Auslassungen entdecken und bewerten können. Ein Nichtbenennen hat einen hinweisenden Wert.
Nähe und Distanz in einem Gespräch:
Das Helfersyndrom kann eine mögliche eigene Problematik durch unreflektiertes Überengagement kaschieren. Versuchen Sie den goldenen Mittelweg zu finden: eine scheinbar objektive Nüchternheit und Unbeteiligtheit unter dem Vorwand der Abgrenzung kann zu einer Verweigerung zum emotionalen Reports (fr. Beziehung) führen.
